5. Juni 2012

Du Abgott meiner Seele, welche Worte sollen die Empfindungen auszudrücken vermögen, die uns überfluteten und die offensichtlich so ganz und gar unpassend sind? Dieses Gefühl, daß sich unsere Körper erkennen - eingezeichnet in meine Handflächen finde ich noch immer Dein Gesicht - und noch darüber hinaus etwas - ich weiß nicht, was - danach strebte, sich zu vereinen, ohne Rücksicht auf all das, was uns in dieser Welt trennen mag. Ich wünschte manchmal, für Dich kein fremdes Land zu sein, ich wünschte dann, daß Du weißt, was ich mag im Leben und womit ich diese unendlíche Zeit verbringe, in der Du weit weg von mir atmest. Und doch wäre ich im Kopf hundertprozentig mit demjenigen einverstanden, der mir raten würde, das ganze aufzugeben. Sag mir, daß das alles bald vorbei wäre, wenn ich mit Dir leben würde. Und daß keiner von uns beiden sein Leben ändern kann (ich weiß es ja längst selbst). Sag mir, daß es Wahnsinn wäre. Sag mir, daß ich es hinnehmen muss, Dich zu verlieren, nein, Dich freizugeben. Denn gelegentlich gelingt es mir nicht, meine alten Wegmarken wiederzufinden; ich halte mich dann - so kommt es mir vor - am Rande meines Lebens auf, ich muß erst durch eine Kompressionsschleuse, erst muß der Überdruck nachlassen. Ich muß versuchen, von der köstlichen Droge des Angebetetwerdens loszukommen. Wenn ich dann wieder auftauche ins wirkliche Leben, muss ich mich erst wieder an seine Wohltemperiertheit gewöhnen und dabei spüren doch meine Handflächen noch Deine Haut und Deine glühende Gegenwart will nicht weichen...

29.5.13 22:40

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